Musical „Josef“

Musical 2026 11

Zwei Abende lang wurde die LIZArena zur Bühne für eine ganz besondere Geschichte: Mit dem Musical Josef aus dem Adonia-Verlag zeigten die Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule, was passieren kann, wenn jede Menge Talent, Teamgeist und Herzblut zusammenkommen. Schon die Besetzung des Projekts war etwas Besonderes. Das Musical entstand in einer engen Zusammenarbeit von Realschule und Gymnasium. Schülerinnen und Schüler aus Theater-AG, Chor und Orchester arbeiteten über Monate hinweg gemeinsam an der Aufführung, probten, sangen, spielten und musizierten – und wuchsen dabei zu einer großen Gemeinschaft zusammen. Genau das passte perfekt zur Botschaft des Musicals: Zusammen kann etwas Großes entstehen.

Auf der Bühne wurde die Geschichte von Josef, seinen Träumen, dem Verrat seiner Brüder und der großen Versöhnung eindrucksvoll erzählt. Besonders die Darstellung der Brüder und ihrer folgenschweren Tat ging unter die Haut. Man spürte ihre Eifersucht, ihre Wut und später auch ihre Reue. Auch der Darsteller des Josef überzeugte auf ganzer Linie. Vor allem in den Momenten der Verzweiflung – als Josef von seinen Brüdern verkauft wird, fern seiner Heimat leben muss und sogar im Gefängnis landet – gelang es ihm, die Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit der Figur eindrucksvoll darzustellen. Diese emotionalen Szenen sorgten für einige sehr berührende Momente.

Durch die Handlung führten zwei Erzählerinnen, die das Publikum sicher und mit viel Charme durch die Geschichte begleiteten. Und sie bewiesen, dass ein biblisches Musical keineswegs immer bierernst sein muss. Für einen der größten Lacher des Abends sorgte nämlich ein plötzlich klingelndes Smartphone auf der Bühne. Eine Erzählerin musste den Anruf an Josef weitergeben, als prompt der Kommentar kam: „Was soll denn ein Handy in der Geschichte von Josef? In der Antike gab es höchstens Schriftrollen!“ Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Dies ist eine moderne Inszenierung und außerdem müssen wir mit der Handlung vorankommen!“ Das Publikum war begeistert – und die Szene zeigte, dass man eine alte Geschichte auch mit viel Humor und kreativen Ideen erzählen kann.

Musikalisch konnte sich die Aufführung ebenfalls hören lassen. Die Solistinnen sorgten mit ihren Liedern für Gänsehautmomente und auch der Chor erhielt dafür immer wieder begeisterten Applaus.

Besonders originell war die moderne Umsetzung der sieben guten und der sieben schlechten Jahre Ägyptens: Vier Influencerinnen berichteten darüber per Videostream ihren „Followern“. Die Beiträge wurden live auf eine Leinwand übertragen und machten die jahrtausendealte Geschichte plötzlich erstaunlich aktuell.

Auch das Bühnenbild zeigte, dass man nicht immer riesige Kulissen braucht, um große Wirkung zu erzielen. Es war bewusst reduziert, setzte aber genau die richtigen Akzente. Die Wachen wurden kurzerhand zu modernen Security-Mitarbeitern – eine kleine Idee mit großer Wirkung.

Einer der schönsten Momente des Abends kam ganz zum Schluss. Als Zugabe versammelten sich noch einmal alle Mitwirkenden auf der Bühne und sangen gemeinsam das Lied „So ist Versöhnung“. Nach einer Geschichte über Streit, Schuld und Vergebung hätte es wohl keinen passenderen Abschluss geben können.

Doch nicht nur auf der Bühne wurde Großartiges geleistet. Hinter den Kulissen sorgten die Schülerinnen und Schüler der Klasse R9c und der Jahrgangsstufe J1 mit ihrem Catering dafür, dass auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam.

Am Ende bedankte sich das Lehrerteam bei allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen hatten: bei den Eltern, die so manche Sonderprobe ermöglichten, bei den Kolleginnen und Kollegen für ihre Unterstützung bei der Organisation des Getränkeverkaufs—an so heißen Abenden eine unverzichtbare Aufgabe und ganz besonders bei Julian Pfau, dem „Goldstück“ hinter Licht und Ton, ohne den viele magische Momente wohl nicht ganz so magisch gewesen wären.

Das Musical „Josef“ war damit weit mehr als nur eine Schulaufführung. Es war ein Abend voller Musik, , Humor und Gemeinschaft – und der beste Beweis dafür, was entstehen kann, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Oder, um es mit den letzten Tönen des Abends zu sagen: So ist Versöhnung – und so sieht Schulgemeinschaft aus.